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1Kor 1,1–3 Der Bruder (Ἀδελφός) Sosthenes*
Andrej Lacko
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Introduction

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A Literature

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B Primary Sources

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C Textstellenauswahl

Bereits die alttestamentliche Vorstellung von den zwölf Stämmen Israels als einem Volk mit gemeinsamem Stammvater erweitert die Bedeutung des Begriffes אָח bzw. ἀδελφός über rein familiäre Verhältnisse hinaus. Der Terminus bezeichnet verschiedene Formen von Zugehörigkeit. So wird Abrahams Neffe Lot in als „Bruder“ bezeichnet. Angehörige eines der zwölf Stämme (; ) oder auch politische Verbündete () werden ebenfalls als Brüder angesprochen. Darüber hinaus kann ἀδελφός auch einen Nächsten (), Freund () oder Gefährten () bezeichnen.

Die LXX bezeichnet regelmäßig das jüdische Volk als ἀδελφοί (Brüder), insbesondere im Kontext öffentlicher Reden (; ; .; ) oder des priesterlichen Dienstes (; ). Derselbe terminus technicus begegnet in vergleichbaren Zusammenhängen auch bei Josephus (vgl. : Mitglieder der zwölf Stämme; : die Volksmenge; : militärische Gruppierungen). Repräsentativ für diese Verwendungsweise wird im Folgenden die Stelle kommentiert.

Auch Philo versteht unter ἀδελφός jemanden, der von gleichem Volk ist, erweitert jedoch diese Definition um Bürger einer Stadt (), ganz im Einklang mit zeitgenössischen nichtjüdischen Texten (s.u.). Philo setzt darüber hinaus den Begriff ἀδελφός oft ein, um naheliegende Begriffe (im Sinne von „verwandt“; z.B. ) zu verbinden.

sowie und stellen – ähnlich wie – Briefpräskripte dar, in denen die Adressaten als ἀδελφοί angesprochen werden. Repräsentativ wird im Folgenden kommentiert, da hier interessanterweise die Spartaner und jüdische Menschen als Brüder, die von einem gemeinsamen Vater Abraham stammen, dargestellt werden.

In den Qumranschriften begegnet der Begriff אח in zweifacher Funktion. Einerseits bezeichnet er leibliche Brüder, Verwandte bzw. Menschen aus dem jüdischen Volk (vgl. entsprechende Stellen in der CD), andererseits werden auch die Mitglieder des Jachad als אחים bezeichnet. Wenn Josephus über die vier jüdischen „Schulen“ Auskunft gibt, wird insbesondere die Gemeinschaft der Essener als eine brüderliche charakterisiert (: ὥσπερ ἀδελφοῖς). In diesem Zusammenhang wird exemplarisch die Stelle kommentiert.

In den Parabiblica wird die Palette der verschiedenen Anwendungen von ἀδελφός noch breiter. Außer Adressaten eines Schreibens () und den Angehörigen Israels wird sogar der Erzengel Michael (in Unkenntnis seiner wahren Identität) als Bruder angesprochen (). In der Schrift „Joseph und Aseneth“ begegnet auch ἀδελφή, wobei ausdrücklich zwischen der Schwester, die von der eigenen Mutter stammt (ἐκ τῆς µητρὸς αὐτοῦ) und der Schwester aus der Verwandtschaft (ἐκ τῆς φυλῆς αὐτοῦ) unterschieden wird.

Auch papyrologische Zeugnisse belegen eine weite, übertragene Verwendung der Anrede ἀδελφός. Sie reicht von Amtskollegen (P.Yadin 2 59) über das Mitglied derselben beruflichen Genossenschaft (CPJ 4 528) bis hin zum Ehepartner. Im Papyrus CPJ 2 436 schreibt eine gewisse Alinē (Ἀλινή) an ihren Ehemann Apollonios. Sie ist besorgt, nachdem sie von den Unruhen des Diasporaaufstands in Ägypten (115–117 u.Z.) erfahren hat. Bemerkenswerterweise adressiert sie den Brief an „Apollonios, den Bruder“ (Ἀπολλωνίῳ τῷ ἀδελφῷ), was auf eine vertraute oder möglicherweise formelhafte Ausdrucksweise innerhalb familiärer Korrespondenz hindeuten könnte. Besonders in der privaten Kommunikation, die in zahlreichen Papyri bis heute erhalten geblieben ist, spiegelt sich eine solche Sprachverwendung deutlich wider. Verwandtschaftsbezeichnungen wie τέκνον, υἱός, πατήρ (Kind, Sohn, Vater) oder μήτηρ (Mutter) waren nicht zwingend an tatsächlich bestehende verwandtschaftliche Beziehungen gebunden. So diente τέκνον häufig als Anrede eines Älteren gegenüber einem Jüngeren, während πατήρ und μήτηρ in umgekehrter Richtung gebraucht wurden. Auch die Bezeichnungen ἀδελφός und ἀδελφή wurden – neben ihrer wörtlichen Verwendung für leibliche Geschwister – metaphorisch auf Ehepartner oder andere vertraute Personen übertragen. Eine solche metaphorische Sprachverwendung war keineswegs auf den jüdischen Bereich beschränkt und konnte für recht viele Beziehungen stehen (vgl. Arzt-Grabner 2003, 145f; Kortus 1999, 30.108–116; CPJ 2,233–235).

D Source texts

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E Summary

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